Rocky client
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GNOME auf Rocky Linux
Rocky Linux wird standardmäßig ohne grafische Oberfläche installiert. GNOME wird nachträglich über eine Paketgruppe installiert und als Standard-Ziel gesetzt. Die Oberfläche orientiert sich eng am RHEL-Standard – schlicht, stabil und ohne viel Schnickschnack.
Installation
- GNOME wird als Paketgruppe installiert – das zieht alle nötigen Abhängigkeiten automatisch mit
- dnf groupinstall -y "Server with GUI"
- Grafische Oberfläche als Standard-Boot-Ziel setzen
- systemctl set-default graphical.target
- Neu starten – beim nächsten Boot startet GNOME automatisch
- reboot
Erster Start
Beim ersten Start erscheint der GNOME-Einrichtungsassistent. Er führt durch:
- Sprache und Region
- Tastaturlayout
- Datenschutzeinstellungen
- Benutzerkonten verknüpfen (kann übersprungen werden)
Grundlegende Bedienung
Activities
- Der zentrale Einstiegspunkt in GNOME – oben links oder einfach die Super-Taste drücken
- Öffnet die Aktivitätenübersicht
- Zeigt alle offenen Fenster
- Enthält die Suche – Programme, Dateien, Einstellungen
- Zugriff auf alle installierten Anwendungen über das Gitter-Symbol
Workspaces
- GNOME arbeitet mit dynamischen Arbeitsflächen – neue entstehen automatisch wenn eine belegt ist
- Super + Bild↑ / Bild↓ – zwischen Arbeitsflächen wechseln
- Super + Shift + Bild↑ / Bild↓ – Fenster auf andere Arbeitsfläche verschieben
Wichtige Tastenkürzel
| Tastenkürzel | Funktion |
|---|---|
| Super | Aktivitätenübersicht öffnen |
| Super + A | Alle Anwendungen anzeigen |
| Super + L | Bildschirm sperren |
| Alt + F2 | Befehl ausführen (GNOME Shell Prompt) |
| Ctrl + Alt + T | Terminal öffnen (falls installiert) |
| Alt + Tab | Zwischen Fenstern wechseln |
| Super + Tab | Zwischen Anwendungen wechseln |
Einstellungen
Energie
- Im Laborbetrieb stört automatisches Sperren und Bildschirmabschalten – beides lässt sich deaktivieren
- Einstellungen → Energie → Bildschirm ausschalten: Nie
- Einstellungen → Datenschutz → Bildschirmsperre: Aus
Sprache und Region
- Einstellungen → Region & Sprache
- Tastaturlayout wechseln
- Super + Leertaste
Zugänglichkeit
- Für größere Schrift oder höheren Kontrast im Unterricht nützlich
- Einstellungen → Eingabehilfen
GNOME Extensions
Extensions erweitern die GNOME Shell um zusätzliche Funktionen. Sie werden über den Browser oder die GNOME Extensions App installiert.
Extensions App installieren
- dnf install -y gnome-extensions-app gnome-shell-extension-manager
Nützliche Extensions im Überblick
Dash to Panel
- Verwandelt das GNOME Dock in eine klassische Taskleiste – erleichtert den Einstieg für Windows-gewohnte Teilnehmer
- Anwendungen, offene Fenster und Systemindikatoren in einer Leiste
- Gut konfigurierbar: Position, Größe, Verhalten
AppIndicator and KStatusNotifierItem
- Zeigt System-Tray-Icons in der oberen Leiste – z.B. für VPN, Netzwerk, Updates
- Besonders nützlich wenn Dienste im Hintergrund laufen
Vitals
- Zeigt CPU, RAM, Temperatur und Netzwerkauslastung direkt in der oberen Leiste
- Praktisch zur Systemüberwachung im Laborbetrieb
Auto Move Windows
- Weist bestimmten Anwendungen automatisch eine Arbeitsfläche zu
- Nützlich wenn man Terminal, Browser und Editor sauber trennen will
Extensions installieren
- Über den Browser – Firefox muss dafür installiert sein
- Firefox öffnen → https://extensions.gnome.org
- Browser-Integration installieren wenn gefragt
- Extension suchen → Schalter umlegen → Installieren bestätigen
- Über die Kommandozeile mit gnome-extensions-app
- gnome-extensions list
- gnome-extensions enable <extension-uuid>
- gnome-extensions disable <extension-uuid>
Nützliche Anwendungen nachinstallieren
- Terminal
- dnf install -y gnome-terminal
- Texteditor
- dnf install -y gedit
- Dateimanager (meist schon dabei)
- dnf install -y nautilus
- Firefox
- dnf install -y firefox
Troubleshooting
GNOME startet nicht
- Auf die Kommandozeile wechseln
- Ctrl + Alt + F2 – TTY öffnen
- journalctl -b | grep gnome – Fehler im Journal suchen
- systemctl status gdm – Display Manager prüfen
Bildschirm bleibt schwarz nach Login
- Oft ein Treiberproblem – Wayland deaktivieren und X11 erzwingen
- vi /etc/gdm/custom.conf
[daemon] WaylandEnable=false
- systemctl restart gdm
Extension funktioniert nicht
- GNOME Shell neu starten ohne Abmelden – nur unter X11 möglich
- Alt + F2 → r → Enter
Wayland vs. X11
Rocky Linux startet GNOME standardmäßig unter Wayland. Für den Laboralltag ist das meist kein Problem – einige ältere Tools und Remote-Desktop-Lösungen wie xrdp laufen aber nur unter X11 zuverlässig.
- Beim Login umschalten
- Zahnrad-Symbol unten rechts auf dem Anmeldebildschirm → GNOME auf Xorg auswählen