Firewall Topologien: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | + | *Vorteile: gutes Protokollieren, Caching, anwendungsspezifische Filterung, Authentifikation auf Userebene, kein IP-Forwarding notwendig. | |
| − | + | *Nachteile: neuere Protokolle werden nicht unterstützt, verschiedene Proxyserver für verschiedene Dienste notwendig, Clients müssen ihr Verhalten ändern. | |
| − | * | + | *Der Dual Homed Host als eigenständige Architektur ist heute selten — die Idee lebt aber in jedem Forward-/Reverse-Proxy weiter, der heute meist in der DMZ oder als Teil einer NGFW läuft. Interaktive Szenarien (Forward Proxy, Reverse Proxy, SSL-Bump mit ICAP/ClamAV, Application vs. Circuit Level) siehe proxy.html. |
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| − | *Unter Stateful Packet Inspection (SPI; deutsch | + | *Unter Stateful Packet Inspection (SPI; deutsch: zustandsorientierte Paketüberprüfung) versteht man eine dynamische Paketfiltertechnik. |
| − | *Jedes Datenpaket einer bestimmten aktiven Session zugeordnet | + | *Jedes Datenpaket wird einer bestimmten aktiven Session zugeordnet. |
*Die Datenpakete werden analysiert und der Verbindungsstatus wird in die Entscheidung einbezogen. | *Die Datenpakete werden analysiert und der Verbindungsstatus wird in die Entscheidung einbezogen. | ||
| − | * | + | *Die Datenpakete werden während der Übertragung auf der Vermittlungsschicht analysiert und in dynamischen Zustandstabellen gespeichert. |
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| − | + | *Das Grenznetz ist ein eigenes Netzsegment — äußerer und innerer Filter sind direkt darüber verbunden. Hosts wie Webserver oder Proxy hängen nur an diesem Segment, sie sind nicht selbst der Übergang zwischen den beiden Filtern. | |
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| − | = | + | *Kompromittierter Dienst in der DMZ hat keinen direkten Zugriff aufs interne Netz. |
| − | * | + | *Die DMZ kann in beide Richtungen genutzt werden: eingehend über einen Webserver/Reverse-Proxy, ausgehend über einen Forward-Proxy für die internen Clients (statt direktem IP-Forwarding — die alte Dual-Homed-Host-Idee lebt hier weiter). |
| − | * | + | *Skaliert auf mehrere Grenznetze, z.B. für ein zusätzliches Partnernetz (Vertriebspartner), das genauso angebunden wird. |
| − | + | *Bis heute das Standardmuster für Mailserver, Webserver, VPN-Gateways — nur dass die zwei Filter heute meist Zonen einer einzigen NGFW sind statt zwei getrennter Geräte. | |
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| + | *Der Bruch mit dem klassischen Perimeter-Denken: Es gibt kein pauschal vertrauenswürdiges „internes Netz“ mehr. | ||
| + | *Jede Verbindung wird einzeln anhand von Identität, Gerätezustand und Kontext autorisiert — unabhängig davon, wo der Client sitzt. | ||
| + | *Deny-by-default: ohne explizite Erlaubnis keine Verbindung. | ||
| + | *Zugriff ist immer anwendungsspezifisch, nie netzwerkweit. | ||
| + | *Löst zunehmend klassische VPN-Zugänge als Angriffsfläche ab. | ||
| + | *ZTNA ist mittlerweile Standardbestandteil in Enterprise-NGFWs — es ersetzt Screened Subnet/DMZ nicht, ergänzt sie aber um eine Prüfung pro Zugriff statt pro Netzzone. | ||
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| + | *Die Firewall wandert aus dem eigenen Rechenzentrum in die Cloud. | ||
| + | *Egal ob Remote-Nutzer oder Zweigstelle: der Traffic läuft über denselben Cloud-Sicherheitsstack, bevor er sein Ziel erreicht. | ||
| + | *SASE bündelt Secure Web Gateway (SWG), CASB, Firewall-as-a-Service (FWaaS) und ZTNA. | ||
| + | *Ein Enforcement-Punkt für alle Standorte statt Hardware pro Standort — Policy folgt dem Nutzer, nicht dem Netzwerkstandort. | ||
| + | *Besonders relevant für Unternehmen mit vielen Standorten oder viel Remote-Arbeit. | ||
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| + | Eine interaktive Version dieser Architekturen mit anklickbaren Paketfluss-Animationen (erlaubt/blockiert) gibt es unter '''firewall-topologien.html''' auf labs.xinux.net. | ||
Version vom 27. Juli 2026, 08:51 Uhr
Einfacher Paketfilter
- Einfacher Paketfilter: das interne Netz wird mit einem Router an ein öffentliches Netz angebunden. Der Router arbeitet aber selektiv.
- Das bedeutet, dass nur bestimmte Arten von Paketen das Passieren erlaubt wird, anderen wird es nicht gewährt.
- Paketfilter arbeitet auf den untersten 4 Schichten der TCP/IP-Architektur.
- Bis heute die Basis: nftables/iptables und die unterste Schicht jeder modernen Firewall (NGFW) arbeiten nach demselben Prinzip.
Vorteile der Paketfilterung
- kann ganzes Netzwerk schützen
- extrem effektiv
- weit verbreitet
- schnell, da über die Verbindungen nicht Buch geführt wird
Nachteil
- Filterbeschreibungen sind nicht perfekt
- Router wird belastet
- Nicht alle Sicherheitsrichtlinien lassen sich durchsetzen
- kein Zustand, keine Anwendungserkennung → siehe Stateful Packet Inspection und NGFW
Application- und Circuit-Level-Proxys (historisch: Dual Homed Host)
- Auf einem Dual Homed Host liefen früher sogenannte Proxys (Stellvertreter). Ein Proxy arbeitet auf allen 7 Schichten des ISO/OSI-Modells und kommt damit mit dem Anwendungsprotokoll in Berührung.
- Es gibt 2 verschiedene Arten:
- Application Level Proxys kennen das Anwendungsprotokoll genau (Beispiel: Squid, ein cache-only Nameserver) — vergleichbar mit einem Dolmetscher.
- Circuit Level Proxys kennen das Anwendungsprotokoll nicht, sie „quatschen“ alles nur nach oder setzen es um (Beispiel: SOCKS, Delegated) — vergleichbar mit einem Übersetzungsprogramm.
- Vorteile: gutes Protokollieren, Caching, anwendungsspezifische Filterung, Authentifikation auf Userebene, kein IP-Forwarding notwendig.
- Nachteile: neuere Protokolle werden nicht unterstützt, verschiedene Proxyserver für verschiedene Dienste notwendig, Clients müssen ihr Verhalten ändern.
- Der Dual Homed Host als eigenständige Architektur ist heute selten — die Idee lebt aber in jedem Forward-/Reverse-Proxy weiter, der heute meist in der DMZ oder als Teil einer NGFW läuft. Interaktive Szenarien (Forward Proxy, Reverse Proxy, SSL-Bump mit ICAP/ClamAV, Application vs. Circuit Level) siehe proxy.html.
Stateful Packet Inspection
- Unter Stateful Packet Inspection (SPI; deutsch: zustandsorientierte Paketüberprüfung) versteht man eine dynamische Paketfiltertechnik.
- Jedes Datenpaket wird einer bestimmten aktiven Session zugeordnet.
- Die Datenpakete werden analysiert und der Verbindungsstatus wird in die Entscheidung einbezogen.
- Die Datenpakete werden während der Übertragung auf der Vermittlungsschicht analysiert und in dynamischen Zustandstabellen gespeichert.
- SPI ist heute keine eigenständige Technologie mehr, sondern Standardfunktion in praktisch jeder Firewall/NGFW — ohne SPI gilt eine Firewall heute nicht mehr als zeitgemäß.
Screened Subnet (DMZ)
- Exponierte Dienste stehen in einem eigenen Grenznetz (DMZ) zwischen äußerem und innerem Paketfilter.
- Das Grenznetz ist ein eigenes Netzsegment — äußerer und innerer Filter sind direkt darüber verbunden. Hosts wie Webserver oder Proxy hängen nur an diesem Segment, sie sind nicht selbst der Übergang zwischen den beiden Filtern.
- Äußerer Filter lässt vom Internet nur Traffic zu den Diensten in der DMZ zu (z.B. Webserver), nicht weiter ins interne Netz.
- Innerer Filter lässt nur begrenzten, erwarteten Traffic von der DMZ ins interne Netz.
- Kompromittierter Dienst in der DMZ hat keinen direkten Zugriff aufs interne Netz.
- Die DMZ kann in beide Richtungen genutzt werden: eingehend über einen Webserver/Reverse-Proxy, ausgehend über einen Forward-Proxy für die internen Clients (statt direktem IP-Forwarding — die alte Dual-Homed-Host-Idee lebt hier weiter).
- Skaliert auf mehrere Grenznetze, z.B. für ein zusätzliches Partnernetz (Vertriebspartner), das genauso angebunden wird.
- Bis heute das Standardmuster für Mailserver, Webserver, VPN-Gateways — nur dass die zwei Filter heute meist Zonen einer einzigen NGFW sind statt zwei getrennter Geräte.
Von getrennten Paketfiltern zur Next-Generation Firewall (NGFW)
- Häufig legen kommerzielle Produkte den inneren und äußeren Paketfilter zusammen — das war schon vor Jahren die übliche Bauform, bevor NGFWs den Namen dafür bekamen.
- Eine NGFW bündelt das, was früher mehrere Geräte/Schritte waren, in einer Plattform:
- App-ID: erkennt Anwendungen unabhängig vom Port, statt nur nach IP/Port zu filtern
- TLS/SSL-Inspection, weil praktisch aller Traffic heute verschlüsselt ist
- IPS/Sandboxing gegen bekannte und unbekannte Bedrohungen
- zunehmend KI-gestützte Anomalieerkennung
- NGFW ist heute der De-facto-Standard in Unternehmen. Sie ersetzt nicht die Konzepte aus den vorherigen Abschnitten, sondern bündelt sie in einer Plattform.
Zero Trust / ZTNA
- Der Bruch mit dem klassischen Perimeter-Denken: Es gibt kein pauschal vertrauenswürdiges „internes Netz“ mehr.
- Jede Verbindung wird einzeln anhand von Identität, Gerätezustand und Kontext autorisiert — unabhängig davon, wo der Client sitzt.
- Deny-by-default: ohne explizite Erlaubnis keine Verbindung.
- Zugriff ist immer anwendungsspezifisch, nie netzwerkweit.
- Löst zunehmend klassische VPN-Zugänge als Angriffsfläche ab.
- ZTNA ist mittlerweile Standardbestandteil in Enterprise-NGFWs — es ersetzt Screened Subnet/DMZ nicht, ergänzt sie aber um eine Prüfung pro Zugriff statt pro Netzzone.
Cloud-native Security / SASE
- Die Firewall wandert aus dem eigenen Rechenzentrum in die Cloud.
- Egal ob Remote-Nutzer oder Zweigstelle: der Traffic läuft über denselben Cloud-Sicherheitsstack, bevor er sein Ziel erreicht.
- SASE bündelt Secure Web Gateway (SWG), CASB, Firewall-as-a-Service (FWaaS) und ZTNA.
- Ein Enforcement-Punkt für alle Standorte statt Hardware pro Standort — Policy folgt dem Nutzer, nicht dem Netzwerkstandort.
- Besonders relevant für Unternehmen mit vielen Standorten oder viel Remote-Arbeit.
Eine interaktive Version dieser Architekturen mit anklickbaren Paketfluss-Animationen (erlaubt/blockiert) gibt es unter firewall-topologien.html auf labs.xinux.net.






